Diagnose: Morbus Crohn
Woran erkennt man Morbus Crohn?
Morbus Crohn ist eine von zwei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Sie tritt üblicherweise in der späten Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter auf. Erste Anzeichen der Erkrankung können sich auch schon im frühen Kindesalter zeigen.1
Morbus Crohn kann im gesamten Verdauungstrakt auftreten, also vom Mund bis zum After. In den meisten Fällen sind entweder der letzte Dünndarm-Abschnitt, der Dickdarm oder beide Darmabschnitte gleichzeitig betroffen. Gesunde und erkrankte Bereiche können sich abwechseln. In den betroffenen Bereichen können neben der entzündeten Schleimhaut auch alle Wandschichten des Darms erkrankt sein.3
Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen
Bei jungen Patient:innen zeigt sich Morbus Crohn oft in Form von abdominellen Schmerzen, Gewichtsverlust und chronischer Diarrhö. Begleitend dazu kann Blut im Stuhl auftreten.2 Sollte bei der Untersuchung Ihrer jungen Patient:innen Verdacht auf Morbus Crohn bestehen, ist eine weitere ärztliche Diagnostik durchzuführen.
Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig. Um Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen sicher zu diagnostizieren, sind verschiedene Untersuchungen erforderlich.4
Ursachen: Woher kommt Morbus Crohn?
Welche Ursachen zu Morbus Crohn führen, kann bislang nicht eindeutig bestimmt werden.
Morbus Crohn tritt vielfach in Familien auf, also ist das Risiko einer Erkrankung höchstwahrscheinlich durch genetische Veranlagung erhöht.
Die Erkrankung kommt in westlichen Industrieländern häufiger vor als in Entwicklungsländern. Wissenschaftliche Begründungen dafür werden immer noch diskutiert.
Eine ungünstige Zusammensetzung der Mikrobiota oder Störung des Immunsystems sowie Infektionen, Umwelteinflüsse oder falsche Ernährung können chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn auslösen.
Lebensstilfaktoren wie psychische Belastung oder Stress können den Krankheitsverlauf von Morbus Crohn negativ beeinflussen.
Die Ursachen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung sind bislang nicht endgültig geklärt. Die zunehmend westliche Ernährung ist ein möglicher Einflussfaktor für die Entstehung von Morbus Crohn. 4 Weitere mögliche Auslöser können genetische Faktoren sowie Umwelt- und/ oder Lebensstilfaktoren sein. 3
Wie wird Morbus Crohn diagnostiziert?
Führen Sie zuerst ein Gespräch mit den Eltern Ihrer jungen Patient:innen, um die Krankheitsgeschichte mit Symptomen, Beschwerden und möglichen Ursachen zu erfragen und andere Krankheiten wie Blinddarmentzündungen auszuschließen. Durch körperliche Untersuchungen, wie Abtasten des Bauches und des Afters, können Sie schmerzhafte Verhärtungen im Bauchbereich, Fisteln oder Abszesse im After feststellen.
Nach der Anamnese und der Tastuntersuchung folgen weitere ärztliche Diagnostiken, die auf die Diagnose Morbus Crohn hinweisen.
Labordiagnostik (mit Stuhlstudien oder Blutunteruschungen)
Endoskopische Verfahren wie Magen- und Darmspiegelung
Bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT und CT-Scan
Verfahren zur Untersuchung von Morbus Crohn
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Anamnese mit den Eltern:
Zunächst wird eine gründliche Anamnese mit den Eltern geführt, um die Krankheitsgeschichte des Kindes mit Symptomen und Beschwerden und möglichen Ursachen zu erfragen und andere Krankheiten abzugrenzen. Morbus Crohn kann leicht mit einer Blinddarmentzündung verwechselt werden. Haben Sie einen Verdacht auf Morbus Crohn, folgen weitere ärztliche Untersuchen.
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Körperliche Untersuchungen:
Mithilfe von körperlichen Untersuchungen wie das Abtasten des Bauchs können schmerzhafte Verhärtungen im Bauchbereich und die entzündeten Darmabschnitte identifiziert werden. Per Ultraschall können Sie ebenfalls die betroffenen Bereiche untersuchen und identifizieren. Eine sorgfältige Untersuchung des Afters kann feststellen, ob Ihre Patient:innen von Fisteln oder Abszesse betroffen sind.
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Labordiagnostik:
Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über unspezifische Entzündungsmarker. Dazu zählen eine Erhöhung der weißen Blutkörperchen (Leukozytose), erhöhtes C-reaktives Protein, Fibrinogen (Protein mit einer wichtigen Rolle bei der Blutgerinnung) und ein erhöhter Wert der Blutsenkungsgeschwindigkeit. Ebenso gibt eine Blutuntersuchung Aufschluss über mögliche Anzeichen einer Infektion durch Bakterien oder Viren. Bei einer Stuhlprobe deuten erhöhte Calprotectin-Werte auf eine Schleimhautentzündung hin. Auch wenn die Blutwerte unauffällig sind, kann der Darm trotzdem entzündet sein.
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Magen- und Darmspiegelung:
Bei einer Magen- und Darmspiegelung kann der gesamte Dickdarm mit einem dünnen, flexiblen, beleuchteten Schlauch mit einer Kamera am Ende untersucht werden. Wichtig bei einer Darmspiegelung ist, dass jeder Abschnitt des Magen-Darm-Trakts untersucht wird, da sich bei Morbus Crohn entzündete und nicht entzündete Darmabschnitte abwechseln. In entzündeten Abschnitten sind mitunter Geschwüre, Verengungen und kleine Einblutungen sichtbar. Während des Eingriffs finden sich bei einer Morbus Crohn-Erkrankung häufig spezifische Gewebeveränderungen. Gewebeproben (Biopsie) können bei Verdacht auf Morbus Crohn für die Diagnose entnommen werden, um diese mikroskopisch untersuchen zu lassen (Stufenbiopsie). Auch eine Magenspiegelung ist wichtig, um zu klären, ob obere Abschnitte des Verdauungstrakts mitbetroffen sind. Dies ist beispielsweise häufig bei Kindern der Fall.
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Röntgen, MRT und CT-Scan:
Bildgebende Verfahren betrachten den Darm sowie das Gewebe außerhalb des Darms. Sie eignen sich zur genauen Beurteilung und Identifikation des betroffenen Darmbereichs sowie von Abszessen im Analbereich.
Quellen
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